BPF Tag 1 – erschdamol durchbreddern


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255km 5750 hm

Es ist schon einen Monat her, ich hatte leider viel zu tun und es fühlt sich schon wieder an, wie eine Ewigkeit..
BIKEPACKING FRANCONIA, eine supercoole Veranstaltung durch Oberfranken, Start am wunderschönen Badesee Trebgast. Am Vorabend Treffen mit Eintopf, Bier und Schnacken mit ein paar alten Bekannten, Gegenseitiges Bewundern der Rigs und ein Diavortrag über das Silkroadrace in Kirgistan.
Frühmorgens ein sauberer Regenduscher, zum Glück hatte ich das Tarp gespannt.
Die BTG ist nichtmal eine Woche her, aber ich hab gerade genug Erholung und bin eigentlich in Topform, wenn man mal von den tauben Stellen an Hand und Fuß absieht.
Das Rad ist diesmal auch nur schmal bepackt + kein Rucksack mehr. Bivak, Trinkblase plus Backupflasche und viel Essen in der Rahmentasche, Satteltasche ein paar Klamotten und vorne Schlafsack und der übliche Bürokram: Batterien, Lader, Riegel, Überzugsklamotte. Ohne Essen und Wasser Gesamtgewicht 14,5 kg.

Die Aufregung kommt hoch. Wer wird wohl gleich am Start vorneweg preschen? Werd ich mich ranhalten können? Mein BTG 18 und Mainfrankengraveller-Kumpel Holger und Christian Beyer stehen am See und schnacken.. da sind sie schon, die Kurbelmaschinen. Christian ist ungeschlagener BTG-Champion, sozusagen z.Zt. der schnellste Deutsche. Nach den paar Worten mit ihm und dem Lesen seines Blogs (radness.de) weiß ich mittlerweile auch, was sein Geheimnis ist: Zu den essentiellen Faktoren unermüdliche Ausdauer, Präzision/Analytische herangehensweise und hart ans Limit gehen kommt auch noch die Tatsache, daß er einfach ein mega auftrainiertes Fitness-Tier ist. Ergebnis am Start: „Zack“ — und weg.
Ich hab nicht mal den Hauch einer Chance dran zu bleiben.

Tja, aber und hinter mir?
Tumbleweed.
Um gleich die Spannung rauszunehmen: so wird es die ganze restliche Fahrt bleiben. Ewiger zweiter, an den Spitzen fährt es sich halt einsam.
Nunja nicht ganz, da die ersten 160km eine Doppelveranstaltung sind: Oneday und „Rockstar“. Zwei der Oneday-Fahrer treffe ich immer wieder mal und sie schließen den Tag am End auch reichlich weit vor mir ab.

Haja dann fahre ich also wieder mal so allein durch Franken, dann aber auch durch Franken, den Ort in Franken. Frankenception.
Gleich nach gefühlten 60 Minuten schon eine von 3 Verpflegungsstationen. Sehr ungewöhnlich für eine Bikepackingveranstaltung und ich hab auch noch gar keinen großen Bedarf, aber man nimmt was man kriegt… Der Gastgeber hat sich ganz schön ins Zeug gelegt und ich hau mir 3 halbe Aufstrichsemmeln quer rein und hetze weiter. Ich bin sicher, hinter mir werden einige länger halten und das Buffet wertschätzen.
Auf BTG Spuren geht es durch Gefrees und richtung Waldstein.. wir war ich erst vor 2 Wochen, aber da wars nachts um 3 bei 5 Grad und ich am Durchmachen. Schotter wird immer wieder aufgelockert durch lustige Trails und schnelle Feldwegetappen 3-4 mal wird mir auch von eifrigen BPF Fotografen paparrazimäßig aufgelauert. Victorygrinsen.
Hoch zum Ochsenkopf gehts moderat aber bei der Abfahrt lande ich als erstes fast im Gemüse… zu lange aufs GPS geschaut.
Bei km 100 der 2. Verpflegungsstand.. ein von Tims Familie mega aufgebautes Buffet mit Nudeln, Kuchen, Riegeln.. alles was das Radlerherz begehrt, aber es ist 11 Uhr und ich esse ohnehin die ganze Zeit aus der Rahmentasche. Babbel mit die Leut, presse mir 3 Nusskuchen rein und weiter.

Die 160 km sind wirklich eine super schöne Strecke, Besonderes Highlight ist der Görauer Anger, meiner Meinung nach der bessere Staffelberg… Gegendtypisches Hochplateau mit mega Aussicht.
Bei der Ankunft am Badesee mach ich kurz auf ein Bier halt, die Jungs vom Audaxclub geben mir einen aus. Und weiter gehts, ich möchte noch 260 km vollmachen heute.
Ab hier verblasst die Erinnerung… anscheinend bin ich ab jetzt mehr im kontemplativen Demmelmodus.
Überhaupt läuft seit der BTG beim Radfahren immer ein automatisches Protokoll im Hirn ab:
Hab ich getrunken? Hab ich gegessen? wie ist der Zuckerstand? Braucht der Hintern wieder Hirschtalg? Muß ich Pissen? Was macht die Atmung? Und wieder von vorn mit den Basalen Dingen des Lebens…

Die Radspitze ist noch ein spektakuläres Higlight, was mir im Kopf ist, den Rest fahre im im Dunkeln bis kurz hinter Kulmbach um Null Uhr der Hammer fällt: Diese Waldhütte ist einfach zu verlockend.

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